GiM-Anlass im Museum Blumenstein in Solothurn (18. Februar 2018)

GiM - Generationen im Museum ist eine Initiative des Migros-Kulturprozents zur Förderung von Generationenbegegnungen in Museen. Renate de Simoni und ich haben einen   solchen Anlass am 18. Februar 2018 im Museum Blumenstein in Solothurn durchgeführt.

Unsere Familien und Freunde, die sich nicht kannten, Alt und Jung, trafen sich im Museum Blumenstein in Solothurn, wurden zusammengemischt, streiften im Museum umher und erfanden jeweils zu zweit Geschichten zu interessanten Gegenständen, die dort ausgestellt sind.

Es entstanden originelle, schräge Geschichten und es gab viel zu lachen. Eine Museumsführerin erzählte danach die «richtigen» Geschichten und Begebenheiten zu den ausgewählten Objekten. Was man da alles zu hören bekam - Nahrung für Kopf und Gemüt. Beim anschliessenden Apéro konnte dann noch weiter fabuliert und gelacht werden.
 
Ein gelungener Morgen, der bestimmt noch länger für Gesprächsstoff sorgen wird, da die meisten Teilnehmer das Museum Blumenstein zum ersten Mal besuchten und sich nicht hätten vorstellen können, dass sich hinter den alten Mauern solche Schätze verbergen.
 
Hier einige der erfundenen Geschichten:
 
Das Himmelbettgim-2018-01.jpg
Eines Tages lernte ein Prinz eine schöne junge Prinzessin kennen. Die beiden verliebten sich und gingen jeden Tag an der Aare spazieren.
Eines Abends legte er sich auf sein Himmelbett, zog die Vorhänge zu und schlief ein. Am nächsten Morgen erwachte er im Schloss Blumenstein der Zukunft. Er machte sein Bett und ist jetzt unter uns, geistert im Schloss herum und hat eine neue Prinzessin gefunden, die noch klüger ist als er.

Verenaschlucht
In der Einsiedelei in Solothurn lebte ein wilder, böser Wolf und darum getraute sich niemand in die Schlucht. Die Einsiedlerin, die hinten in der Schlucht wohnte, hatte viele Heilkräuter im Garten und fütterte den Wolf damit, vermischt mit Fleischmöckli. Durch dieses Futter wurde der Wolf immer zahmer und griff niemanden mehr an. Darum können die Leute heute wieder in die Verenaschlucht.

Die Heiligen
Wolfgang von Burgistein ist dazumal Vater von Zwillingen geworden. Das Land war stark gespalten zwischen Arm und Reich und es herrschte daher viel Wut und Hass. Die Armen wollten die Reichen bestrafen und beauftragten eine Hexe, die Zwillinge mit einem Fluch zu belegen, welcher nur durch die Zwillinge selbst aufgelöst werden konnte. Wolfgang von Burgistein reiste von da an mit seinen Zwillingen quer durch die ganze Welt, um jemanden zu finden, welcher den Fluch abwenden konnte. Er fand jedoch all die Jahre niemanden. Auch die Zwillinge selber fanden keinen Weg, den Fluch loszuwerden. Mit 20 Jahren verstarben die Zwillinge und wurden mit viel Gold, Edelsteinen und Diamanten in einem Glaskasten begraben. Später fand man heraus, dass der Fluch nur duch Mitgefühl, Güte und Grosszügigkeit den Armen gegenüber gelöst hätte werden können.
 
Ich denke für die, welche nicht dabei waren und die nun diese schrägen Geschichten lesen, ist das Ganze nicht so lustig. Der Anlass lebt halt von der momentanen Situation. Jedenfalls waren alle Teilnehmer begeistert, vielleicht auch, weil der eine oder andere sein Erzähltalent entdeckt hat...

Erika Schönauer