focusTerra «Am Äquator» (Januar 2018)

focusTerra – Erzählnachmittag mit anschliessenden Experimenten vom 28. Januar 2018

Dieser Anlass hat mich beeindruckt. Nicht nur der Anlass, auch das Gebäude und der Erzählraum. Dieses Haus hat für mich eine ganz besondere Geschichte. An der Sonneggstrasse 5 begann ich nämlich vor 54 Jahren meine Lehrzeit als Elektromonteur. Drei Jahre lang hatte ich im Keller dieses Gebäudes mein Magazin. Vieles hat sich verändert in dieser Zeit, z.B. der Eingang und der Lichthof, in dem die Experimente vorbereitet wurden.
Sehr beeindruckt hat mich der grosse Erzählraum mit den zwei breiten Treppen, die uns dort hinunter führten, zum Saal mit dem farbigen, grossen, Relief von der Schweiz an der Vorderseite des Raumes, eindrücklich und massiv.

Der Raum füllte sich mehr und mehr mit sehr vielen Zuhörer/innen, Erwachsene und Kinder. Gespannt und mit grosser Erwartung warteten wir auf die Märchen und auf die Musik. Das Thema war «Am Äquator».

Es wurde immer stiller im Raum, als die Töne des Steelpans den Raum füllten.

Wilbert Junior Gill führte uns mit seinem Instrument, Steelpan ganz ruhig und leicht in diese Gegend – führte uns von einem Märchen zum andern – und am Schluss wieder zurück, in unsere Welt zurück.
 
Marianne Wenner nahm uns mit der Erzählung von zwei Märchen auf die Reise Richtung Äquator. Ich erlebte die Erzählungen spannend, ihre Stimme, ihre Begeisterung berührten mich und so konnte ich, konnten wir, die Märchenheldinnen, den Märchenhelden begleiten auf ihren Wegen und ihre Erlebnisse als Bilder mitnehmen.

«Das fleissige und das faule Mädchen» – ein Märchen aus dem Sudan – war die erste Geschichte, die und von Marianne Wenner erzählt wurde. Im Märchen wird das fleissige Mädchen, das andern half, belohnt, das Faule, das nur etwas für sich wollte, bestraft. Dieses Motiv kennen wir doch, Stiefmutter / Stieftoch-ter – fleissiges Mädchen, faules Mädchen? Beim Märchen «Frau Holle» oder das Märchen «Die gelbe Kuh» (Afghanistan).
So verschiedene Kulturen und doch die gleichen Themen!

Als zweites Märchen hörten wir «Der kitzlige Dieb» aus der Südsee. Es ging um Wasser, um Quellen, das auf der Insel Manono fehlte. Auf der gegenüberliegenden Insel Apolima sprudelte das Wasser aus einer Quelle,  frisches, kühles Wasser. Da musste doch etwas geschehen, dass alle Leute auf beiden Inseln Zugang zum Wasser bekommen.

«Ich möchte gerne noch eine Geschichte erzählen, für die Erwachsenen. Kinder seid ihr einverstanden?», fragte Marianne Wenner nach dem zweiten Märchen die Kinder. Sie riefen «Ja». Sicher hörten auch die Kinder zu.

Kurt Lätsch