Seminarreihe 2018 «Mit Geiss und Wolf um die ganze Welt», Teil 1 und 2

 
Die Ausschreibung sticht mir ins Auge und der Text verspricht viel Neues und Interessantes. So fand ich mich am 20.01.2018 in Thun ein. Bereits am Bahnhof waren weitere Frauen mit dem grünen Flyer bewaffnet zu sichten. Bevor wir starteten, begrüsste uns Conchi Vega von der SMG. Elisa Hilty und Beatrice Bieri-Zenger führten und begleiteten uns durch den 1. Tag.
Das Schwergewicht lag beim 1. Tag bei der Stimme. An der Stimme erkennst du mich Mit der Urfassung «Vom Wolf und den sieben jungen Geisslein» startete Elisa Hilty den Märchenreigen. Mit drei weiteren Varianten aus anderen Kulturen wurde die Märchenvielfalt abgerundet. Der Tag war ein bunter Bogen von Ideen, Eindrücken, Vorschlägen, und Beispielen. Für jedes Märchen wurde die Mitte neu gestaltet. Elisa brachte uns zum Nachdenken und Diskutieren. Ihre «Aufgabenstellung» forderte uns dazu auf, uns auszutauschen. So entstanden spannende und bereichernde Gespräche mit verschiedenen Standpunkten. Sie wusste die Gespräche zu lenken oder neue Inputs zu bringen. Beatrice hatte mit ihren beiden Märchen einen Sack voller Ideen und praktischen Beispielen dabei. Wir durften Kind sein, mitmachen, kneten, lachen und staunen. Ihr Erfahrungs-schatz mit Kindern stach heraus. Über den Tag verteilt kam immer wieder die Stimme zu Wort. Wann wird die Stimme ausgebildet, was können wir mit der Stimme bewirken oder wozu brauchen wir die Stimme. Zum Schluss durften wir mit einem Stein im Wollkreis etwas in Thun zurücklassen. Ich erlebte zwei Leiterinnen die ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Ideen mit uns teilten. Vielen herzlichen Dank.

Bereits drei Wochen später führte uns der 2. Teil nach Basel. Dort war neben Conchi Vega auch Nelli Schmid-Kägi von der SMG anzutreffen. Sie begrüsste uns und stellte uns die beiden Leiterinnen des Tages Yvonne Wengenroth-Wespi und Iris Dürig-Keller vor. Am 2. Tag lag das Schwergewicht bei Wem mache ich die Tür auf? Passend zum Thema lagen ganz viele Türbilder in der Mitte. Wie beim Memory suchte und fand man das Pendant und konnte sich darüber austauschen. Führt uns die Türe hinaus, oder ist es auch ein Eintreten? Je nach Blickwinkel oder Standpunkt. Wohin führt uns die Türe? In die Freiheit oder in die nächste Gefangenschaft? Iris führte durch den Morgen und erläuterte uns mit dem Lebensbogen die Entwicklungsschritte des Kindes vom 7 bis 12 Lebensjahr. Mit dem Märchen «Grossmutter Wolf» bekamen wir eine weitere Variante mit dem Wolf zu hören. Um das Märchen zu vertiefen, erstellte man in Gruppen ein Märchenbild. Am Nachmittag erzählte uns Yvonne das Märchen «Der Menschenfresser». Dazu gab es je vier Tische mit zwei Fragen, die wir in der Runde besprachen und ergänzten. Auch hier gab es viele verschiedene Ideen und Ansichten. Vielen Dank für den umfangreichen Tag. Abschliessend möchte ich mich auch bei den Kursteilnehmerinnen bedanken. Es waren aufgestellte Frauen, die mit ihrem Wissen und ihren Inputs den Tag sehr bereicherten. Nun bin ich auf die letzten zwei Seminartage im Herbst gespannt.

Yvonne Höppli