Märchen am Wasser - Märchen vom Wasser

 

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8. Interdisziplinäres Symposion der SchweizerischenMärchengesellschaft, 18.-19. Juni 2016

Luzern, am schönen Vierwaldstättersee gelegen, ist ein idealer Ort für ein Märchen-Symposion zum Thema Wasser. Sogar das Wetter spielte mit und schüttete auch noch Wasser vom Himmel, wobei alle Teilnehmerinnen und die wenigen Teilnehmer gar nichts dagegen gehabt hätten, wenn an Stelle des Regens die Sonne sich etwas häufiger gezeigt hätte. Luzern war auch der Wirkungsort von Hedi Rütschi, deren grosszügiges Legat wesentlich dazu beitrug, dass dieses Symposion stattfinden konnte.

Märchen und Wasser: ein grosses und wichtiges Thema – nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute und ganz besonders auch in der Zukunft.

Erzählen ist ein Grundbedürfnis der Menschen, Wasser eine Lebensnotwendigkeit. Ohne Wasser kein Leben. Ohne Erzählen kein tradiertes Wissen.

Was wären wir Menschen ohne Wasser? Nichts. Wasser ist der Grundbaustein des Lebens auf unserer Erde, unserem blauen Planeten. Auch wir Menschen bestehen grösstenteils aus Wasser.
Was wären wir Menschen ohne Mythen, Märchen und Geschichten. Sehr viel ärmer und unwissender. Märchen sind geistige Nahrung für Jung und Alt, sind Jungbrunnen und Quelle der Weisheit.

Wasser, eben weil so lebensnotwendig, findet sich in allen Gattungen der Erzählüberlieferung, sowohl in Mythen, Märchen und Legenden, aber auch in Sprichwörtern und namentlich in Sagen. 

Um das Symposium nicht zu „verwässern“, lag der Focus der beiden Tage auf den Zaubermärchen.

Zuallerst gebührt den beiden Organisatorinnen Barbara Gobrecht und Susanne Hugo-Lötscher ein herzliches Dankeschön für die Planung der Tagung und die hervorragende Organisation. Ein besonderes Lob geht zusätzlich an Susanne Hugo-Lötscher, die an beiden Seminartagen und der Abendveranstaltung trotz Doppelbelastung souverän durch die Tagung führte.

Der Anfang machte der Vortrag „Warum Wasser uns fasziniert“  von Prof. Dr. Bernhard Wehrli, der sehr bildhaft den Zuhörern die unglaublichen physikalisch-chemischen Eigenschaften von Wasser erläuterte.  Am Beispiel der Gewässer in der Zentralschweiz wurde gezeigt, welche Spannungsfelder sich in den letzten Jahrzehnten zwischen Nutzung und Schutz des Wassers auf- und abgebaut haben.

Dann folgten vier interessante Vorträge, die das ThemaWasser aus der Sicht der Märchen- und Erzählforschung  beleuchteten. Jede Referentin  hatte andere Aspekte im Fokus und zeigte mitvielen sprechenden Beispielen wie tiefgründig und vielfältig das Wasser imMärchen ist.                                                                                                                 „Märchen vom Wasser des Lebens, der Schönheit,der Jugend“ von Dr. Barbara Gobrecht, Erzählforscherin                
„Das Wasser des Lebens und das Wasserdes Todes: erzählerische Aspekte zur Wiederbelebung“ von Dr. Ines Köhler-Zülch  (Erzählforscherin)
„So weit und tief! Zaubermärchen vom grossen Wasser“ von Lic. Phil. BarbaraLoepfe (Germanistin)
„Nixen und Wassergeister im Märchen“ von Dr. Pia Todorovic Redaelli  (Romanistin und Slavistin)

Als  Abschluss  folgte ein Vortrag, der die psychologischenAspekte einer ganz besonderen Art von Wasser anschaulich erklärte:                                                                               
„Augenwasser:Tränen im Märchen“ von Prof. Dr. Brigitte Boothe

Aber was wären die Vorträge ohne die dazugehörenden Märchen,ohne die Erzählerinnen und Erzähler, die erst das Salz zum Wasser hinzufügen:
Rahel Ilg, Christine Brenner, Sibylle Amrein, Gisela Eng, Margrit VoglerSulzbach und Silvia Studer-Frangi

Am Samstagabend verliessen wir das Hotel Seeburg, um den öffentlichen Erzähl- und Gedenkabend für Hedi Rütschi im Hans Erni Auditorium des Verkehrshaus zu besuchen. Mitglieder des Erzählkreises Innerschweiz sowie Silvia Studer-Frangi, Gisela Eng, Sibylle Amrein und Klaus Ritter woben, untermalt von der Saxophonistin Christa Bucher, Märchen, Erzählungen, Bilder und Ansprachen zu einem prächtigen Erinnerungsteppich für Hedi Rütschi.

Anwesend waren auch die Schwestern von Hedi und ihre Familien. Die SMG erhielt als Andenken die Porzellanfigur „Die Prinzessin und der Froschkönig“ aus dem Besitz von Hedi Rütschi. Wir möchten uns hiermit nochmals für das schöne Geschenk bedanken. Die SMG hat leider kein eigenes Vereinslokal, wo die Figur einen prominenten Platz erhalten könnte.  Aber mit dem Geschichtenhaus in Agarn haben wir eine schöne und stimmige Bleibe für die Prinzessin und ihren Froschkönig  gefunden.

Am Sonntagnachmittag, nach einem intensiven und sehr spannenden Wochenende, konnten die Märchenbegeisterten auf dem Wasser das Symposion ausklingen und das Gehörte Revue passieren lassen sowie letzte Diskussionen führen zu Märchen vom Wasser – Märchen am Wasser.

 

Dr. Barbara Gobrecht wird im Namen der SMG eine Broschüre mit den Vorträgen herausgeben.

 

Alice Spinnler

Fotos: Dieter Spinnler, Wisen