Sagen am Tatort (Emmental 2016)

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Schwarze Spinne – grüner Reiter

 

Vom Treffpunkt im Hotel Bären in Sumiswald ging’s mit der Bahn nach Lützelflüh ins Gotthelf Zentrum, wo uns die Referentin Maria Anna Balmer-Aebi mit auf eine Erkundungsreise nahm rund um die Motive „Spinne“ und „Teufelspakt“ , die in der Literatur mannigfach in verschiedensten Abwandlungen behandelt werden.  

Der biblische Hiob, Peter Schlemihl oder Gotthelfs Christine machen Bekanntschaft mit dem Teufel, aber sie verhalten sich unterschiedlich gegenüber dem Teufel. Auch dDie Spinne ist ein altes Motiv und erscheint schon bei Ovid in den Metamorphosen, bei Dante in der Divina Commedia und genau wie der Teufel auch in zahlreichen Sagen und Märchen.

Gotthelfs Novelle „Die schwarze Spinne“ basiert auf Überlieferungen von Pestepidemien und Tierseuchen aus dem 15. Jahrhundert und auf Geschichten über die Deutschordensritter in Sumiswald sowie auf alten Bräuchen rund um böse Geister. Sie zählt zu den besten Novellen der Weltliteratur.

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Die schwarzer Spinne“ im Gotthelf Zentrum steht der "Bystal", ein alter Fensterpfosten mit einem durch einen Holzzapfen verschlossenem Loch, in dem die schwarze Spinne eingesperrt sein soll. Ein Zeuge des alten Brauchs, dort Seuchen und Pest symbolisch einzusperren.

Die Berner Barden Martin Niedermann und Thomas Schaerer führten uns am Abend mit Balladen und Sagen, begleitet von Drehleiher, Laute und Mandoline, musikalisch durchs Emmental. Auch ein Tänzchen in Ehren konnte niemand verwehren. Eine sagenhafte Einstimmung für die Sagenwanderung am Sonntag entlang der Emme von Hasle-Rüegsau nach Burgdorf.

Die Emme ist nicht immer so friedlich wie an diesem Sonntag, sondern kann bei Regen sich schnell in einen reissenden Wildbach verwandeln. Christine Brenner-Stettler und Sonja Sollberger erzählten, wie auch schon am Samstag, passende Sagen und Geschichten von der wilden Emme, dem Teufel in Gestalt des grünen Reiters und weiteren Sagengestalten. Wir wissen jetzt auch, wo sich, zumindest der Sage nach, der Eingang zur Hölle befindet: nämlich im Emmental in der Nähe von Burgdorf.

Fotos und Text: Alice Spinnler