Sagen am Tatort, Basel (August 2013)

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"Vom Hahn der legte. Im Jahr des Herrn 1474 am Donnerstag dem vierten Tag des Monats August geschah es in der Stadt Basel, dass dieser Hahn von 11 Jahren legte und ein längliches Ei hervorbrachte. Besagter Hahn wurde dem Scharfrichter überstellt samt dem Ei und zuerst wurde der Kopf abgeschnitten. Als er danach ausgenommen wurde, fanden sich in ihm zwei weitere Eier, welche gleichfalls mit allem anderen vor dem Haus des Henkers auf dem Kohleberg verbrannt wurden, es waren viele Leute anwesend." (Thomas Hofmeier: Basels Ungeheuer: eine kleine Basiliskenkunde. Berlin und Basel, Leonhard Thurneysser Verlag, 2013 (Secret Basel, 2), Seite, 54)

 

 

Damals war der Glaube weit verbreitet, dass der Basilisk aus einem Ei schlüpft, das von einem Hahn gelegt wird, deshalb musste der Hahn sterben. Ein Hahn, der ein Ei legt, ist des Teufels.

Nach Plinius, dem Älteren (1. Jh, n. Chr.), ist der Basilisk eine 12 Finger lange Schlange, die in Libyen Angst und Schrecken verbreitet, weil nicht nur ihre Berührung, sondern auch ihr giftiger Atem und Blick tödlich ist. Durch die Jahrhunderte hat dann der Basilisk wundersame Wandlungen durchgemacht, mal ist er  ein Drache, mal ein Mischwesen mit Vogelkopf und Schlangenschwanz, mal hat er zwei, mal vier Füsse und die Flügel sind entweder aus Haut oder mit Federn bedeckt. Aber allen gemeinsam ist, dass er mit seinem Blick töten kann.

Mitte des 15. Jh. wurde der Basilisk zum Wappentier. Gar mancher führte den Namen Basel auf die Basilisken zurück, die im Allschwilerwald oder im Gebiet der heutigen Gerbergasse gehaust haben sollen, was aber schon damals von den Gelehrten als unsinnig abgelehnt wurde.

Am Vormittag erhielten wir im Bischofshof eine Einführung von Thomas Hofmeier in die Basiliskenkunde im Allgemeinen sowie in baslerische Besonderheiten, was dann durch die Stadtführung am Nachmittag noch vertieft wurde. Sogar als geborene Baslerin war ich recht erstaunt, wo man noch heute den Basilisken begegnen kann. Der Basilisk auf dem Brünneli dürfte allseits bekannt sein, aber viele der Basilisken verbergen sich heute in den Gemäuern der Stadt, wohl weil das Klima für Basilisken nicht mehr so bekömmlich ist. Es ist doch Allgemein bekannt, wie man sich gegen seinen tödlichen Blick wappnen und den Basilisken mit einem simplen Gegenstand töten kann. Zumindest diejenigen, die Silvia Diethelms Sage vom Basilisk im Allschwilerwald gehört haben, die wissen es.  

Silvia Diethelm, Paul Strahm und Denise Racine erweckten für kurze Zeit durch ihre Sagen und Geschichten die Basilisken zum Leben. Thomas Hofmeier hat mit seinen wissenschaftlich fundierten Erläuterungen und seinen Schilderungen und Anekdoten aus dem alten Basel dazu beigetragen, dass die TeilnehmerInnen einen unterhaltsamen, aber auch lehrreichen Tag in Basel verbringen durften. Diese werden nun sicher immer einen … in der Tasche tragen, wenn sie Basel besuchen. Nur für den Fall, dass sie doch einem echten Basilisken begegnen.

Fotos und Text: Alice Spinnler