Kongress BergWelt

Tagung Lenzerheide: Eine Aussenperspektive

Auf die Tagung aufmerksam gemacht haben mich die Flyer, die in den örtlichen Touristikbüros auflagen. Märchen, Sagen und Mythen, insbesondere der Berge, üben seit je eine grosse Faszination auf mich aus, und weil sich für mich auch eine wissenschaftliche Fragestellung mit ihnen verbindet, habe ich die Gelegenheit ergriffen, beides miteinander zu verbinden und an der Tagung teilzunehmen.

Erwartet hatte ich das, was ich gewohnt bin, einen weiteren Kongress mit all seinen Ritualen des wissenschaftlichen Imponiergehabes, wo durch das Ausblenden jeglicher Emotionalität, Seriosität markiert wird und so eine wenig inspirierende aber kompetitive und Atmosphäre herrscht. Gross war meine Überraschung und anfänglich auch Irritation, als vor den Vorträgen die behandelten Märchen und Sagen erzählt wurden, nicht von den Vortragenden, sondern von ausgebildeten ErzählerInnen, die es verstehen die ZuhörerInnen zu packen. Ich war berührt und wurde emotional ergriffen. Anschliessend erst kam der wissenschaftliche Blick auf das Thema. Die emotionale und die rationale Ebene wurde angesprochen, was eine mir bis anhin unbekannte Leichtigkeit in Verbindung mit einer wissenschaftlichen Tagung erzeugte. Natürlich lässt sich so etwas in dieser Ausgeprägtheit, nicht mit jedem Thema erreichen, die archetypischen Bilder sind aber geradezu prädestiniert dafür, die rational-wissenschaftliche und die emotinal erlebnishafte Perspektive zu verbinden. Ja, es könnte sogar als erkenntnistheoretisches Erfordernis bezeichnet werden, auch die subjektive Innenperspektive dieser Bilder zu ermöglichen, denn es sind ja nicht nur Objekte ausserhalb, sie haben auch eine innere Entsprechung. C.G. Jung, von dem das Konzept der Archetypen stammt, sagt über den Wechsel der wissenschaftlichen zur persönlichen Perspektive: "Das Bild ändert sich sofort gänzlich, wenn es von innen, d. h. im Raume der subjektiven Seele angeschaut wird. Hier erweist sich der Archetypus als numinos, d. h. als ein Erlebnis von fundamentaler Bedeutung."

Die Tagung vermittelte aber nicht nur die Innen- und Aussenperspektive. Unter den TeilnehmerInnen gab es neben den Erzählenden auch KünstlerInnen, die an einem öffentlichen Erzählabend drei Sagen aufgeführt haben. Die künstlerischen Interpretationen brachten die gestalerische Kraft zum Ausdruck, die in diesen Stoffen liegt. Als Beispiel erwähne ich das "Lied der Sontga Margriata". Seine archaische Wucht, gepaart mit dem hohen künstlerischen Niveau der beiden Darstellerinnen, hätte auch auf einer professionellen Bühne in der Grosstadt Eindruck gemacht.

Um das ganze Spektrum des Erlebens abzudecken, haben die Wanderungen und Kulturführungen in der zauberhaften Landschaft die Teilnehmenden nicht nur geistig, sondern auch körperlich und sinnlich in die Bergwelt versetzt.

Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass ich auch ein paar Perlen für meine eigenen wissenschaftlichen und künstlerischen Fragestellungen gefunden habe. Voilà, mehr kann man wirklich nicht erwarten.

Mario Schlegel, Dr. sc. nat.

Rückblick auf den Kongress BergWelt vom 26.-30. September 2012

Mit Blitzlichtern von René Ammann

Mittwoch, 26. September 2012

Eröffnung des Kongresses – Begrüssung – Referate von Dr. Georg Jäger und Prof. Dr. Wilhelm Solms – Sage erzählt von Ingrid Erlhage und Letizia Sonder – Preisverleihung des Gertrud Hempel-Preises an Paul Strahm.

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Donnerstag, 27. September 2012

Referate von Prof. Dr. Helen Schüngel-Straumann – Dr. Barbara Gobrecht – Märchen erzählt von Elisa Hilty und Sabine Lutkat – Abendprogramm mit Carlos Martinez „Books without words“.

 

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Freitag, 28. September 2012

Referate von Ursula Kübler und Dr. Ines Köhler-Zülch – Märchen und Sage erzählt von Rahel Ilg und Ursina Lüthi – Panoramawanderung – Ausflug nach Mistail – Sagenabend in Lenzerheide – Märchenabend in Valbella.

 

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Samstag, 29. September 2012

Referate von Dr. Max Waibel und Maria Anna Bernasconi – Sagen erzählt von Susanne Hugo-Lötscher und Christine Brenner-Stettler – Panoramawanderung – Ausflug nach Mistail – Musikalischer Blumenstrauss mit dem Appenzeller Echo – Erzähler Andreas Weissen.

 

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Sonntag, 30. September 2012

Referate von Dr. Kurt Derungs und Andreas Weissen – Sage erzählt von Martin Niedermann – Apéritif zum Abschluss mit Alpsegen (Petra Hartmann) und Kuhglocken (Schellnerfründa Lavoz).

 

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Vernissage der Kunstmeile zum Kongressthema BergWelt auf der Voa Principala Lenzerheide, 8. September 2012

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